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Der Skandalreporter Hermann Willié ist seit kurzem stolzer Besitzer der CARIN II., der etwas heruntergekommenen Yacht des von ihm hochverehrten NS-Reichsmarschalls Hermann Göring. Leider hat er sich mit dieser Investition finanziell überhoben. Nun ist er auf der Suche nach einem echten, einem richtigen Knüller, einer journalistischen Sensation sozusagen. Als er auf Prof. Dr. Fritz Knobel, einen Verkäufer von Historika und Antiquitäten bzw. „offizieller Kunstmaler des Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg“ trifft, scheinen seine kühnsten Träume wahr zu werden. Denn Knobel bietet ihm etwas an, von dem niemand geahnt hätte, dass es existiert: das geheime Tagebuch des Führers!

„Adolf Hitler privat! Ein Mensch wie du und ich!“ Willié – bekannt für seine „Spürnase“ – wittert seine Chance; sein Magazin HH Press ist euphorisiert: Nach ersten Gutachten scheint alles seine Richtigkeit zu haben, doch dann sehen ein paar Leute etwas genauer hin – und aus dem erwarteten Hype wird ein fatales Desaster…

Im April 1983 erklärte das Magazin „stern“, dass sich Adolf Hitlers geheime Tagebücher in seinem Besitz befänden. Wenige Tage später begann die Veröffentlichung von Tagebuchauszügen. Es dauerte nur zwei Wochen, bis eine BKA Untersuchung bescheinigte, dass es sich bei den Büchern um Fälschungen handelte. Insgesamt 9,34 Millionen D-Mark hatte der „stern“ bis dahin für die Beschaffung der insgesamt 62 Bände an den Fälscher Konrad Kujau bezahlt.

Die gefälschten Hitler-Tagebücher sind ein Paradebeispiel dafür, wie die Sensationsgier nach einer Megastory jede journalistische Sorgfalt aushebelt. Im Gegensatz zum Internetzeitalter waren die Auswirkungen damals jedoch begrenzt.

 © gio loewe
Mitwirkende
Luc Feit, Carsten Klemm, Wolfram Kremer u. a.
produzierendes Theater
EURO-STUDIO Landgraf
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